Die Ruhe…diese Ruhe

…die kommt bekanntlich vor dem Sturm. Dieser lässt jedoch zunächst mal auf sich warten. 

Diese Ruhe im Blog (und die damit verbundenen Gewissensbisse sowie die Verzweiflung) bringen mich nun dazu, einen Metatext über den Blog zu verfassen. Ich versuche, diesen mimimi-lastigen Content kurz zu halten.

Es ist nun mal so: Leider kommen nicht immer und nicht sofort Menschen in den Genuss, das zu arbeiten, was sie lieben. Noch seltener ist der Fall, dass sie zugleich davon leben können.

So auch in diesem Fall.

Zur Zeit stecke ich alle meine Zeit in ein Journalismusstudium. Der Grund ist ein ganz einfacher: Ich will besser werden. Vielleicht bin ich es ja schon und weiß es nur nicht, aber zumindest glaube ich daran, dass ich dort noch einige gute Sachen lernen kann (wie etwa die psychologische Kriegs…ich meine Interviewführung). Meine bisherigen praktischen Journalismus-Tätigkeiten habe ich mir learning-by-doing angeeignet. Das Übliche: Praktika, freie Mitarbeit und Bloggen. Durch das Studium und das Feedback, das ich von dort bekomme (ja, auch in Form von Noten – obwohl ich hoffte, dass ich mich nach meinem ersten Studium nie wieder benoten lassen werde, aber offensichtlich habe ich mich geirrt) erhoffe ich mir, mehr journalistische Kompetenz angeeignet zu haben und vielleicht auch den einen oder anderen Auftraggeber die Fragezeichen aus dem Gesicht zu streichen, die ihm bei „Ethnologie“ aufploppen – und zur Beruhigung, dass ich Journalismus „auch studiert habe“.

Denn immer noch lese ich sehr oft in Stellenausschreibungen: erwünscht seien neben einem IrgendwasmitMEDIEN-Studium Praktika UND ein Volontariat ODER eine vergleichbare Ausbildung. Eine jahrelange freie Mitarbeit, quer durch alle Ressortsparten sowie eine Handvoll Praktika in verschiedenen Medien alleine reicht wohl noch nicht aus. Und da ich ohnehin schon kein IrgendwasmitMEDIEN- sondern IrgendwasmitKULTUR-Studium gemacht habe und es einfach nicht lassen kann, meinen Lebensunterhalt mit Schreiben und Darüber-Reden verdienen zu wollen, mache ich das jetzt. So.

Die gute Nachricht ist: Ich bin bald fertig! Das Studium neigt sich dem Ende zu. Noch stehen Praxisarbeiten à la „Schreiben Sie ein Portrait“ und „Schreiben Sie eine Reportage“ an. Danach folgt eine Abschlussarbeit. Die Themenwahl bleibt zum Glück mein Bier, wichtig ist die journalistische Darstellungsform. Selbstverständlich habe ich Themen für meinen Ethno-Blog im Visier 😉 Die Person für das Portrait zum Beispiel, die werde ich euch bald hier vorstellen. Themenbereich: Medien!

Die weniger gute Nachricht ist: Solange das Studium auf der To Do-Liste ganz oben thront, werden hier auf dem Blog kleine Brötchen gebacken. Ab und zu ein lauer Wind. Oder auf der FB-Seite.

Diese Arbeit, die ein Blog nun mal mit sich bringt, muss ich mir verkneifen, auch wenn es mir mehr als schwer fällt. Derzeit ist es einfach nur ein Hobby, eines, an dem ich sehr hänge, eines, in das ich viel Zeit und Herzblut investiere und eines, für das ich kein Geld bekomme (- ich wünschte, es wäre anders).

Aber manchmal, ja, dann gibt es sie doch: Diese Zeiten, in denen diese Ruhe mir selbst so unerträglich laut wird in meinem Kopf, dass ich nicht mehr anders kann. Dann ziehe ich wieder los, durchforste die Ethno-Bibliothek, schleppe kiloweise Ethno-Bücher heim, versinke in ihnen, lese sie quer, schreibe raus, setze Blog-Artikel auf – und speichere sie in den Entwürfe-Ordner. Schicke nicht los. Noch nicht. Weil ich nicht zufrieden bin. Weil ich noch mehr feilen will. Weil ich sie perfekt sehen will. Ich gebe zu: Ich will, dass die Leser_innen sich im Nachhinein mit einem „Aha!“ und nicht mit einem „WTF?“ zurücklehnen. Ich will, dass sie nach dem Lesen eine Ahnung davon bekommen, wie viel Weises und Wunderbares Wissen in ethnologischen Schriften, im ethnologischen Tun schlummert. Unerkannt. Unbekannt.

Doch für den letzten Schliff, dafür brauche ich Zeit. Und daher müsst ihr – und ich ebenso! – noch ein wenig warten.

Zum Schluss ein Ausblick

Auch wenn ich nicht versprechen kann, wann ich es poste – zu folgenden Themen habe ich Stoff zusammengetragen in meinem Ethno-Ordner:

– Aktionsethnologie: Gerade lese ich ein Buch von Friederike Seithel, mit dem Titel „Von der Kolonialethnologie zur Advocacy Anthropology. Zur Entwicklung einer kooperativen Forschung und Praxis von Ethnologinnen und indigenen Völkern“ Da ich das, was ich betreibe – also als Ethnologin ein Was-mit-Medien- Beruf ergreifen auch als eine Art von Aktionsethnologie ansehe, wollte ich als nächstes diesen Forschungsbereich vorstellen. (work in process…)

– Public Relations und Ethnologie: Vor Kurzem habe ich mich im Rahmen meines Studiums mit dem Modul „PR-Konzeption“ befasst. Und da ist mir tatsächlich ein Fallbeispiel mit Margaret Mead begegnet! Nach Freudensprüngen und „Haha“-Ausrufen habe ich mich beruhigt und mir vorgenommen, euch die Geschichte vorzustellen. Das Fallbeispiel zeigt nämlich sehr deutlich, wie tückisch die zwischenmenschliche Kommunikation sein kann. Und zeigt zugleich, worin die ethnologische Kompetenz liegt, die eben in solchen Berufen wie PR & Co benötigt wird. (work in process…)

Es ist zwar nur ein kleiner Trost. Vielleicht ist es ja auch keiner, denn das Internet hat mir bisher noch recht wenig zurückgeschrieben zu dem, was ich hier mit meinem Blog treibe. Auch wenn ich mich über jede_n Einzelne_n, der_die sich hierher verirrt hat und einen (positiven) Kommentar hinterlassen hat, sehr dankbar bin.

Ansonsten: Hallo, ist da wer? Übrigens: Ihr könnt ruhig bescheid geben, wie ihr hierher fandet, was euch hier genau interessierte bzw. mehr interessieren würde.

Ich mache mir Notizen. Für die Zeit „danach“ 😉 Denn der Sturm, der hier bald ausbricht – der kommt bestimmt!

Herzlichst,

eure Julia

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