ETHNO-NEULIN(K)S IM AUGUST 2015

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WER SCHAFFT WISSEN? FIGURATIONEN DES LAIEN ZWISCHEN FORSCHUNG, LEIDENSCHAFT UND POLITISCHER MOBILISIERUNG (TAGUNG)

Schon lange wird Wissenschaftsgeschichte als Verwissenschaftlichungsgeschichte geschrieben, denn das Sammeln, Dokumentieren, Forschen, Schreiben und Vermitteln von Geschichte wurde und wird nicht nur von „studierten“ Wissenschaftlern betrieben, sondern auch von Laien, Dilettanten, Amateuren und Autodidakten.

Das Spannungsfeld von „wissenschaftlicher“ und „populärer“ Wissensvermittlung ist genauso oft Diskussionsgegenstand gewesen, wie das Themenfeld „Geschichte von unten“ (z.B. Frauen- und Geschlechtergeschichte oder Geschichte des NS-Regimes), die einst unter schwierigen Bedingungen entstand, die aber aus heutiger Sicht als Impulsgeber und Pioniersarbeit gesehen wird und später von Universitäten aufgegriffen wurde.

Mit solchen und weiteren Schnittstellen befasst sich die Tagung der Volkskundlichen Kommission für Westfalen in Münster.

WANN? 30.-31. Oktober 2015

WO? Domplatz 1-3 (Bezirksregierung, Saal 1), Münster

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MINDERHEITEN IM EUROPA DER ZWISCHENKRIEGSZEIT. Wissenschaftliche Konzeptionen, mediale Vermittlung, politische Funktion

Der Begriff der nationalen Minderheiten wurde nach dem Ersten Weltkrieg zum Gegenstand rechtlicher wie politischer Debatten und zu einer gesellschaftlichen „Kategorie der Moderne“ (Köstlin 2012). Die Gründung des Völkerbundes, die Legitimierung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker und die Etablierung des Minderheitenschutzes auf internationaler Ebene bildeten den Ausgangspunkt für diese Entwicklung. Mit dem Beitritt des Deutschen Reiches zum Völkerbund wurden die deutschen Minderheiten zum zentralen Leitmotiv der Außenpolitik.

Doch stellt sich grundsätzlich die Frage, welche Konzeptionen dem modernen Minderheitenverständnis nach dem Ersten Weltkrieg zugrunde gelegt wurden. Neben volksgeschichtlichen und juristischen Untersuchungen waren ethnografische Arbeiten über Minderheiten gefragt und trugen offenbar zur Kodifizierung des Konzeptes und zugleich zur Fremd- und Selbstethnisierung bei. Für das Verständnis der darin entwickelten Konzeptionen bildet die genaue Betrachtung des wissenschaftlichen Entstehungsprozesses unter Einbeziehung politischer, sozialer und religiöser Einflussfaktoren die Voraussetzung.

Ziel der Tagung ist es, unterschiedliche volkskundliche Konzeptionen nationaler Minderheiten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden, in den Blick zu nehmen sowie ihre Medialisierung und Politisierung im europäischen Kontext kritisch zu hinterfragen. Dabei sollen neben den Vorstellungen von deutschen Minderheiten im Ausland vor allem fremdstaatliche Minderheitenkonzepte in unterschiedlichen europäischen Staaten im Mittelpunkt stehen und der Versuch unternommen werden, die variierenden national fokussierten Volkskunden in Europa untereinander in Beziehung zu setzen.

WANN? 14.-16. Oktober 2015

WO? Senatssitzungssaal im Audimax, Christian-Albrechts-Platz 2, 24118 Kiel

ANMELDUNG: Die Tagungsteilnahme ist kostenfrei. Anmeldung bitte per E-Mail bis zum 15. September 2015.

KONTAKT: Prof. Dr. Silke Göttsch-Elten, Dr. Cornelia Eisler

Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Olshausenstr. 40, 24118 Kiel

Tel.: +49 (0431) 880 31 83 / +49 (0431) 880 29 66

E-Mail: goettsch@volkskunde.uni-kiel.de / eisler@volkskunde.uni-kiel.de

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