Photofestival in Lagos: Mit Kunst Klischees einreißen

Dass Afrika kein „Land“ und schon gar nicht ein Kontinent wo nur die drei K’s herrschen (Krisen, Krieg, Korruption gibt es auch hierzulande, by the way), das hat sich ja herumgesprochen. Möchte man meinen. Dem ist allerdings, wie der Blick auf die übliche Berichterstattung über Afrika zeigt, leider nicht so. Noch immer schweifen die Gedanken beim Wort „Afrika“ in stereotype Bilder von Savannen, Safaris oder Leid und Armut.

Dieses Bild gehört endlich mal dekonstruiert.

Dieser Aufgabe (unter Anderem) widmen sich nun 40 Künstler_innen aus aller Welt auf dem Lagos Photo Festival in Nigeria. Darauf aufmerksam wurde ich durch einen Zeit-Artikel und freute mich umso mehr, wenn die Kolleg_innen ihr Augenmerk auf eine differenzierte Berichterstattung über Afrika richten.

Unter dem Titel „Staging Reality, Documenting Fiction“ zeigen die Photos, die Vielfalt der afrikanischen Way-Of-Lifes und der unterschiedlichsten Denk- und Sichtweisen.

 

EDSON-CHAGAS: OIKONOMOS

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In der Serie „OIKONOMOS“ portraitiert sich der Künstler und Photograf Edson Chagas mit verschiedenen Plastiktüten, die sein Gesicht verbergen. Die Plastiktüten symbolisieren die in Massen produzierten Konsumgüter, die sich überall auf der Welt finden lassen. Chagas nutzt diese Performance um auf das depersonalisierte ICH in Zeiten des globalen Konsums aufmerksam zu machen. MEHR

 

LORENZO VITTURI: DALSTON ANATOMY


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In „DALSTON ANATOMY“ versucht der Künstler Lorenzo Vitturi durch die Stillleben-Kompositionen den Geist des Dalston Ridley Road Markts einzufangen. MEHR

 

PATRICK WILLOCQ: I AM WALÉ, RESPECT ME

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Patrick Willocq erforscht nicht-westliche Erzählungen und Inszenierungen der lokalen Gemeinschaften in der Demokratischen Republik Kongo. Er wuchs in Kongo auf und kehrte zurück, um die indigene Kultur und Bräuche durch performative Bilder zu dokumentieren. MEHR

Ihre Mission beschreiben die Veranstalter des Photo-Festivals wie folgt:

LagosPhoto aims to establish a community for contemporary photography which will unite local and international artists through images that encapsulate individual experiences and identities from across all of Africa.

… the aim of reclaiming public spaces and engaging the general public with multifaceted stories of Africa.

Auf Deutsch, in etwa: „LagosPhoto will eine Community für zeitgenössische Photographie schaffen, die lokale und internationale Künstler vereint durch Bilder, welche die individuellen Erfahrungen und Identitäten aus ganz Afrika zusammenbringen.“

und “ … mit dem Ziel, öffentliche Sphären zurückzuerobern und die Öffentlichkeit an den facettenreichen Geschichten von Afrika teilhaben zu lassen“ (eigene Übersetzung).

Das Festival geht noch bis 26. November 2014.

Zur offiziellen Webseite geht’s hier lang. 

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